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    October 11

    Gott und die Kirche

    Beweise für die Existenz Gottes

    Grundlage für den Beweis der Existenz Gottes ist es wichtig zu verstehen, weshalb manche Menschen nicht an Gott glauben, also Atheisten sind. Denn die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz Gottes allein macht noch keinen Atheisten aus.
    Ich denke, jeder Mensch, auch jeder von uns, hat schon mal vor der Frage gestanden, ob es Gott denn überhaupt gibt – ob unser Glaube und das, woran wir glauben, wirklich so unerschütterlich sind. Dieses In-Frage-Stellen und die anschließende Reflexion sind sicher auch sehr wichtig, denn nur dann, wenn alle „Wenns und Abers„ geklärt sind, wird der Glaube wirklich fest.
    Wenn sich diese „Wenns und Abers“ im wahrsten Sinne des Wortes klären lassen. Der Islam, im besonderen
    Ahmadiyyat, gibt uns die Antworten, die wir suchen und brauchen. Was ist aber, wenn Anhänger anderer Religionen diese Phasen durchmachen?
    Hier kommen wir nun zu dem Punkt, an dem wir anfangen können, zu verstehen …

     

    … wie aus Christen dieses Landes Atheisten wurden
     

    Das Christentum, welches die Menschen hier gelebt haben, war keinesfalls jenes, welches Hazrat Isa (Jesus, as) gepredigt hatte.

    Das, was die deutschen Jahrhunderte lang als Christentum gelebt haben, war eine Art kirchliche Diktatur, in der alles und jeder, der sich dieser nicht beugte, verdammt wurde. Die Kirche versuchte, die Unwissenheit der Bevölkerung auszunutzen, und predigte ein ihr angenehmes, jedoch völlig naives Welt- und auch Gottesbild.

    Und hier beginnt die Tragödie, die so vielen zum Verhängnis werden sollte.

     

    Das kirchliche Weltbild

    Sehr lange Zeit lehrte die Kirche beispielsweise, die Erde sei flach und der Mittelpunkt der Schöpfung. Der Himmel sei eine sich über der Erdscheibe wölbende Kuppel, wo sich natürlich auch das Paradies befinde, während unter der Erdscheibe die Hölle sei.
    Ebenso wie jede Forschung auf dem Gebiet der Physik, Astronomie, Chemie usw. lehnte die Kirche damals auch medizinischen Fortschritt als gotteslästerlich und Zauberei ab. Sie behauptete schlichtweg, jeder vernunftbegründete Beweis jener wissenschaftlichen Forschungsergebnisse, die den Lehren der Bibel bzw. den kirchlichen Auslegungen jener Lehren zu widersprechen schienen, seien nichtig und Lug und Trug, kurz ein Werk des Teufels.
    Als europäische Wissenschaftler, wie z.B. Galileo Galilei den Versuch unternahmen, wissenschaftliche Tatbestände, wie die kugelförmige Form der Erde und deren Bewegung auf einer Umlaufbahn zu beweisen, drohte die Kirche, sie zu verbrennen, wenn sie dem nicht abschwüren. In vielen Fällen machte sie diese Drohung sogar wahr.
    Nun ließ sich der wissenschaftliche Fortschritt dadurch zwar verzögern, doch glücklicherweise nicht aufhalten oder gar gänzlich verhindern.

    Die zunehmende Bildung und das Wissen um das Funktionieren der Schöpfung Gottes bewirkte aber, dass die Christen immer mehr zu verstehen begannen, dass die wissenschaftlichen Fakten und somit die Vernunft im krassen Gegensatz zu der kirchlichen Lehre und dem Glauben standen. Also wandten sie sich verständlicherweise von der Kirche ab.
    Doch noch immer herrschte.

    das kirchliche Gottesbild

    Die Kirche lehrte bzw. lehrt noch heute, dass Gott dreieinig sei, d.h. er bestehe, aus Gott – dem Vater, Gott – dem Sohn Jesus und Gott – dem Heiligen Geist.
    Gott sei so heilig, dass der Mensch ihn nicht erreichen könne, weshalb die Kirche vermitteln müsse. Also geht jeder Christ sonntags in die Kirche, um zu beichten und sich die Absolution erteilten zu lassen, d.h. der Priester vergibt ihm die Sünden.

    Zuvor jedoch sei Gott im Zuge der Erkenntnis, dass die Menschen Ihn nicht erreichen können, in Form eines Menschen, Seines Sohnes Jesus, auf die Erde gekommen, um so Seinerseits die Menschen zu erreichen und für sie erreichbar zu sein. So habe Gott durch Jesus quasi als Mensch unter ihnen gelebt, am Kreuz gelitten und sei für sie gestorben.

    Gott muss sich also einen Sohn erschaffen, um eine Verbindung zwischen Sich und den Menschen herzustellen.
    Nur wer an den Opfertod, den der vermeintliche Tod Jesu am Kreuz für die Christen darstellt, glaubt, erlange Gottes Vergebung.

    Welche Wahl bliebe all jenen, die sich um der Vernunft Willen von der Kirche abwendeten? – Im Grunde genommen gab es zwei Alternativen, wenn man an diese vorab dargestellten Motive einfach nicht glauben konnte oder wollte:
    Entweder man schuf sich sein eigenes Gottesbild, das meist einer Art Pantheismus [1] gleich kam, oder man verließ den Gottesglauben ganz und glaubte nur noch an das, was man sehen und sprichwörtlich begreifen konnte.
    Dies war zudem auch noch sehr bequem, weil man dadurch vermied und bis heute vermeidet, in irgendeiner Form moralisch gebunden zu sein und glauben zu müssen, irgendjemandem Rechenschaft schuldig zu sein.
    Da man dadurch besonders in den letzten Jahrhunderten, in denen ja noch die Mehrzahl der Menschen gläubig war, leicht als Heide in Verruf geraten konnte, begann man sich gezielt Argumente gegen den Glauben an Gott zu überlegen und versuchte, ihn als überholt, altmodisch, naiv und kindisch abzutun.